6.1 Islamische Sicht über das Christentum

Die Muslime glauben, dass Gott eine Religion gesandt hat, welche Islam heißt. In jedem Zeitraum existiert ein Prophet, der kommt und einen Teil dieser Religion vervollständigt. Dies kann man sich wie ein Puzzle vorstellen, bei dem man verschiedene Teile zusammenset­zen muss, um am Ende ein komplettes Bild zu erhalten.

Der Name Christentum wurde von den Griechen oder Römern einge­führt und bezeichnet das Glaubenssystem der Anhänger Jesu..

Das Christentum heute unterscheidet sich in vielen Aspekten von dem, das Jesus seinen Anhängern gelehrt hat. Das neuerliche Chris­tentum wurde von Paul (oder auch Paulus) geprägt, der erst nach ihm kam.

Es schlichen sich viele heidnische Glaubenselemente ins Christen­tum und wurden Teil davon. Der heilige Quran versichert uns: [Sag: Ihr Leute der Schrift! Treibt es in eurer Religion nicht zu weit (und sagt nichts aus) außer der Wahrheit! Und folgt nicht der (persönli­chen) Neigung von Leuten, die (schon) früher irregegangen sind und viele irregeführt haben und vom rechten Weg abgeirrt sind! ][1],[2]

Das Christentum enthält heute dennoch einige wahre Lehren von Je­sus, die er den Menschen gebracht hat. Daher ist das Christentum die dem Islam nächste Religion, und die Christen sind den Muslimen die Nächsten, der Quran erzählt uns dazu Folgendes [Und du wirst zwei­fellos finden, daß die, welche sagen: „Wir sind Christen“ den Gläubigen am freundlichsten gegenüberstehen. Dies (ist so), weil es unter ihnen Priester und Mönche gibt und weil sie nicht hochmütig sind.Und wenn sie hören, was zu dem Gesandten herabgesandt worden ist, siehst du ihre Augen von Tränen überfließen ob der Wahrheit, die sie erkannt ha­ben. Sie sagen: „Unser Herr, wir glauben, so schreibe uns unter die Be­zeugenden.“][3]

Der Islam ordnet den Muslimen an, die Christen behutsam zu behan­deln, so wie das uns der Quran sagt [Und streitet nicht mit dem Volk der Schrift; es sei denn auf die beste Art und Weise.][4]

Prophet Muhammad betrachtete jene, die Christen verletzen, als sol­che, die ihn selbst verletzen.

Prophet Muhammad sagte: Wer auch immer ein Zemi[5] verletzt, verletzt mich.[6]

Der Prophet machte ein Vermächtnis vor seinem Dahinscheiden, auf dass die Leute auf die Christen Acht geben.

Prophet Muhammad sagte: Bei Gott, ich bitte euch auf die Kopten[7] aufzupassen.[8]

Die Muslime sind daher als die freundlichsten Menschen auf der Erde zu betrachten, denn der Islam lehrt den Muslimen, die Men­schen zu lieben und nie rassistisch zu sein, so wie der Quran uns das sagt [und euch zu Völkern und Stämmen gemacht, auf daß ihr einan­der erkennen möget. Wahrlich, vor Allah ist von euch der Angese­henste, welcher der Gottesfürchtigste ist. Wahrlich, Allah ist Allwis­send, Allkundig.][9]

Imam Ali sagte: Die Menschen sind zwei Arten, dein Bruder in der Religion oder dein Bruder in der Menschlichkeit. [10]

Daher betrachtet der Muslim die Christen als seine Brüder in der Menschlichkeit

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Fußnote    (↵ zurück zum Text)

  1. Quran 5 : 77
  2. „Leuten, die (schon) früher irregegangen sind.“ Damit sind die Heiden gemeint. Näheres siehe auch unter dem Koran-Kommentar Tafsir al-Mi­zan, Band 6, Seite 77-88 von Muhammad Tabatabai.
  3. Quran 5 : 82-83
  4. Quran 29 : 46
  5. Zemi = Dieses Wort wird für jeden Nicht-Muslim benutzt, der in ei­nem muslimischen Land lebt.
  6. Riadh al-salkin, Band 1, Seite 458
  7. Kopten = Ägyptisch orthodox Christen
  8. Amali Tusi, Seite 404
  9. Quran 49 : 12
  10. Bihar al-anwar, Band 74, Seite 241

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