6.0 Was ist der Islam?

Islam ist ein arabisches Wort, welches Hingabe zu Gott bedeutet, es entstammt derselben Wortwurzel wie das Wort „Salam“, welches Frieden bedeutet.
Der Islam ist keine neue Religion; er ist eine Vollendung der Religi­on Gottes, die von vorherigen Propheten gesandt wurde. Ihr Anfang liegt beim Propheten Adam (a) und sie endet mit dem Propheten Muhammad (s), der den Islam begründete.
Simpel gesagt ist der Islam die Bezeugung, dass es keinen Gott gibt außer Allah und dass Muhammad der Gesandte Allahs ist.
Der Glaube an die islamischen Fundamente ist in fünf Teile geteilt, so wie der islamische Gelehrte Muhammad Sadeq as-Sadr dies an­gibt:„Die Fundamente des Glaubens sind fünf: Einheit, Gerech­tigkeit, Prophetentum, Vormundschaft und Auferstehung.“ [1]

1. Einheit Gottes
[Euer Gott ist ein Einziger Gott, es ist kein Gott außer Ihm, dem Sich-Erbarmenden, dem Barmherzigen] [2]

Im islamischen Glauben ist Gott Einer, es gibt keinen anderen Gott oder Partner neben ihm.
Schöpfung, Versorgung, Leben und Tod wird von Gott allein regiert, und er ist der einzige Herrscher des Universums.
Gottes Macht, Wissen, Barmherzigkeit, Großzügigkeit, Größe ist un­begrenzt.
Gott ist einzigartig, ewig, unendlich und existiert ohne Ort, denn ein Ort ist begrenzt und Gott ist unbegrenzt.

2. Gerechtigkeit
[und (wisset), daß Allah niemals ungerecht gegen die Diener ist.] [3]

Im islamischen Glaube ist Gott gerecht und begeht nie eine Tat, wel­che als schlecht oder ungerecht zu irgendeinem seiner Geschöpfe an­gesehen werden kann.
Er ist der Gnädigste, der Barmherzigste und verwirft nie den Lohn jener, die gute Werke tun.

3. Wiederauferstehung
[Wahrlich, zu deinem Herrn ist die Heimkehr.] [4]

Im islamischen Glauben wird Gott alle Geschöpfe am Tag des jüngs­ten Gerichts auferstehen lassen, um über die Taten aus dem Leben des einzelnen Geschöpfes zu richten. Der Fromme wird mit dem Ein­zug ins Paradies belohnt, dieser wird ein ewig glückliches Leben ha­ben. Hingegen wird der Böse mit dem Einzug in die Hölle bestraft.

4. Prophetentum
[Sprecht: Wir glauben an Allah und an das, was uns herab­gesandt worden ist, und was Abraham, Ismael, Isaak, Jakob und den Stäm­men (Israels) herabgesandt wurde, und was Moses und Jesus gege­ben wurde, und was den Propheten von ihrem Herrn gegeben wor­den ist. Wir machen zwischen ihnen keinen Unterschied, und Ihm sind wir ergeben.] [5]

Im islamischen Glaube hatte Gott 124.000 Propheten zu jedem Fleck der Erde gesandt, wo Menschen sich niederließen.
Der erste Prophet war Adam (a) und der letzte Prophet ist Mu­hammad (s), der das Siegel der Propheten ist und nach ihm wird es keinen Propheten mehr geben, denn die Religion Allahs ist nun kom­plett.
Alle Propheten, die Gott gesandt hat, sind unfehlbar von Fehlern und Sünden.
Und der größte Prophet der Propheten ist Prophet Muhammad (s).

5. Vormundschaft
[Eure Beschützer (Vormund) sind wahrlich Allah und Sein Gesandter und die Gläubigen, die das Gebet verrichten, die Zakah entrichten und sich (vor Allah) verneigen.] [6]

Im islamischen Glauben hat jeder Prophet Vormünder/Nachfolger nach ihm, diese sind von Gott auserwählt, um die Lehren des Pro­pheten zu erhalten und die Menschen zum richtigen Pfad zu führen. Denn der Prophet, wie auch jeder andere Mensch, lebt nur für einige Jahre, dann stirbt er und kann die nächste Generation nicht mehr vor Irreführung bewahren. Deshalb ernennt Gott Wächter nach dem Pro­pheten, um die richtigen Gedanken für die nächsten Generationen zu festigen. Sie gleichen den Propheten in der Unfehlbarkeit.

Die Vormünder/Wächter/Hüter nach dem Propheten Muhammad (s) sind zwölf:

  1. Imam Ali
  2. Imam Hassan
  3. Imam Hussain
  4. Imam Ali al-Sajjad
  5. Imam Muhammad al-Baqer
  6. Imam Jaffar al-Sadeq
  7. Imam Musa al-Kazim
  8. Imam Ali al-Reza
  9. Imam Muhammad al-Jawad
  10. Imam Ali al-Hadi
  11. Imam Hassan al-Askeri
  12. Imam Muhammad al-Mahdi

Das war eine wirklich kurze Einführung in die islamischen Grundzü­ge des Glaubens, an die alle Muslime glauben sollen. Außerdem gibt es auch die Säulen des Islams, die in fünf Teile geteilt wurden, die alle Muslime praktizieren sollen.

Der islamische Gelehrter Scheikh Saduq sagte: die Säulen, auf denen der Islam baut, sind fünf: Gebet, Allmosensteuer, Fasten, Pilgerfahrt und Vormundschaft. [7]

1. Gebet
[wahrlich das Gebet zu bestimmten Zeiten ist für die Gläubi­gen eine Pflicht.] [8]

Im Islam ist das Gebet die wichtigste Praxis des Anbetens.
Der islamische Gelehrte Abulqasim Khoei sagte: Das Gebet ist eine der Säulen, auf denen der Islam aufbaut; wenn dies akzeptiert wird (von Gott), dann werden alle anderen Dinge (die anderen Säulen) auch akzeptiert, wenn dies abgelehnt wird, dann werden alle ande­ren Dinge auch abgelehnt. [9]

Die Muslime beten fünfmal am Tag, das ist das verlangte Gebet von einem Muslim. Das Gebet im Islam ist sehr kurz und einfach, man benötigt nur wenige Minuten.
Es gibt auch freiwillige Gebete, die unbegrenzt sind und jederzeit praktiziert werden können.

2. Fasten
[O ihr, die ihr glaubt! Das Fasten ist euch vorgeschrie­ben, so wie es denen vorgeschrieben war, die vor euch waren. Vielleicht werdet ihr (Allah) fürchten.] [10]

Im Islam gibt es einen heiligen Monat – Ramadan – in dessen Ver­lauf von jedem erwachsenen und gesunden Muslim verlangt wird von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang zu fasten. Es gibt aber eini­ge, die davon befreit sind, wie etwa schwangere Frauen, kranke Per­sonen, sehr alte Personen oder Reisende etc.
Auch hier gibt es das freiwillige Fasten, das an jedem beliebigen Tag im Jahr praktiziert werden kann, außer an Feiertagen.

3. Almosensteuer (Zakat)
[doch Meine Barmherzigkeit umfaßt alle Dinge; so werde Ich sie be­stimmen – für jene, die (Mich) fürchten und die Zakah entrichten und für jene, die an Unsere Zeichen glauben.] [11]

Im Islam wird von jedem Muslim verlangt, einmal im Jahr, am Ende des Monats Ramadan eine Almosensteuer zu zahlen. Diese Steuer ist sehr gering; sie entspricht dem Preis von 3kg Reis, Mais, Weizen oder Gerste.
Die Steuer wird zur Unterstützung armer Menschen genutzt, die aus verschiedenen Gründen arbeitsunfähig sind, etwa alte Menschen, Witwen, Waisen, Behinderte. etc.
Sie kann auch dafür benutzt werden, um Gebäude zu bauen, die dem Allgemeinwohl dienen, etwa Krankenhäuser, Schulen, Häuser, Mo­scheen etc
Kurz gesagt: Die Almosensteuer wird für Sozialeinrichtungen und Dienste für die Menschen benutzt.

4. Pilgerfahrt (Hajj)
[Und rufe die Menschen zur Pilgerfahrt auf. Sie werden zu Fuß und auf jedem mageren Kamel aus allen fernen Gegen­den zu dir kommen] [12]

Im Islam wird von jedem Muslim verlangt, einmal in seinen Leben die Pilgerfahrt an einem bestimmten Tag im Jahr durchzuführen. Auch dies wird nur von jenen verlangt, die dazu fähig sind.
Es gibt auch eine freiwillige Pilgerfahrt, welche sich „Umrah“ nennt, sie kann beliebig oft und zu beliebigen Zeiten durchgeführt werden.

5. Vormundschaft
[O ihr, die ihr glaubt, gehorcht Allah und gehorcht dem Ge­sandten und denen, die unter euch Befehlsgewalt besitzen.] [13]

Im Islam muss der Muslim dem Propheten und seinen zwölf Nach­folgern gehorchen, und er muss sich in jeder Angelegenheit der isla­mischen Praktiken auf sie beziehen.
Wer dem Propheten nicht gehorcht, dessen Anbetungen werden alle nicht akzeptiert.

Neben diesen erwähnten Fundamenten und Säulen des Islams, hat der Islam auch ethische Werte, die jeder Muslim zu bewahren hat. Genauso gibt es einige unethische Eigenschaften, die von jedem Muslim vermieden werden sollte.
Beispiele für eine gute Ethik, die der Muslim zu bewahren hat, sind: Wahrhaftigkeit, Geduld, Ehrlichkeit, Treue, Barmherzigkeit, Demut, Großzügigkeit, Gastfreundschaft, Keuschheit etc.
Einige Beispiele für ein schlechtes Verhalten, das der Muslim ver­meiden sollte, sind: Versprechen zu brechen, Gier, Geiz, Schamlo­sigkeit, Selbstsucht, Eingebildetheit, Gehässigkeit etc.

Es gibt auch Verbote im Islam, die der Muslim auf keinen Fall bre­chen sollte, etwa das Begehen eines Ehebruches, Mord, lügen, Glücksspiele spielen, Betrug, Diebstahl, Alkohol trinken, Schwein essen, Dreck essen, Blut trinken, Verrat, Spionieren etc.

Ich rate den Lesern, die sich tiefer informieren möchten, solche isla­mischen Bücher zu lesen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, den Islam im Detail darzustellen. Ich habe nur die Grundzüge er­wähnt, damit die Leser eine Grundidee vom Islam bekommen.

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Fußnote    (↵ zurück zum Text)

  1. ma wara al-feqh, Band 10, Seite 153
  2. Quran 2 : 163
  3. Quran 8 : 51
  4. Quran 96 : 8
  5. Quran 2 : 136
  6. Quran 5 : 55
  7. al-Hedaya, Seite 60
  8. Quran 4 : 103
  9. Minhaj Salehin, Band 1, Seite 130
  10. Quran 2 : 183
  11. Quran 7 : 156
  12. Quran 22 : 27
  13. Quran 4 : 59

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