1.6 Die Bibel widerlegt die Behauptung, dass Wunder Beweise sind

Die Christen versuchen ihren Glauben in die Trinität durch die Wun­der zu untermauern, welche Jesus getan hat. Sie betrachten diese als Beweis dafür, dass Jesus Gott sein muss, da solche Wunder von kei­nem anderen als von Gott vollbracht werden können.

Wie auch immer, es ist wirklich sehr interessant, wenn die Bibel uns sagt, dass auch die Lügner solche Wunder vollbringen können.[Denn es wird mancher falsche Messias und mancher falsche Prophet auf­treten und sie werden große Zeichen und Wunder tun, um, wenn möglich, auch die Auserwählten irrezuführen.] [1]

Wenn auch ein falscher Prophet das tun kann, was Jesus getan hat, ist diese Tat noch kein Beweis dafür, dass Jesus Gott ist.

Wenn wir uns die Wunder, die Jesus vollbracht hat, genauer anschau­en, werden wir sehen, dass diese keine besonderen Wunder sind; es gibt auch andere Menschen, die dieselben Wunder vollbracht haben.

Beispiel 1
Die Christen behaupten, dass das Wunder der Speisung der 5000, bei dem Jesus mit fünf Broten und zwei Fischen 5000 Menschen sättigte, ein Beweis dafür ist, dass Jesus Gott sei.

[Und er befahl den Volksmengen, sich auf das Gras zu lagern, nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte auf gen Himmel und seg­nete sie, und er brach die Brote und gab sie den Jüngern, die Jünger aber gaben sie den Volksmengen.] [2]

Indessen sehen wir, dass Elijah eine Handvoll Mehl hatte, die für ein ganzes Jahr ausreichend waren, wieso betrachten die Christen Eilija nicht auch als Gott? Ist das nicht ein vergleichbares Wunder ?

[Und als sie hinging zu holen, rief er ihr nach und sprach: Bringe mir auch einen Bissen Brot mit! Sie sprach: So wahr der HERR, dein Gott, lebt: Ich habe nichts Gebackenes, nur eine Hand voll Mehl im Topf und ein wenig Öl im Krug. Und siehe, ich hab ein Scheit Holz oder zwei aufgelesen und gehe heim und will mir und meinem Sohn zurichten, dass wir essen – und sterben. Elia sprach zu ihr: Fürchte dich nicht! Geh hin und mach’s, wie du gesagt hast. Doch mache zu­erst mir etwas Gebackenes davon und bringe mir’s heraus; dir aber und deinem Sohn sollst du danach auch etwas backen. Denn so spricht der HERR, der Gott Israels: Das Mehl im Topf soll nicht ver­zehrt werden, und dem Ölkrug soll nichts mangeln bis auf den Tag, an dem der HERR regnen lassen wird auf Erden. Sie ging hin und tat, wie Elia gesagt hatte. Und er aß und sie auch und ihr Sohn Tag um Tag. Das Mehl im Topf wurde nicht verzehrt, und dem Ölkrug mangelte nichts nach dem Wort des HERRN, das er durch Elia gere­det hatte.] [3]

Beispiel 2
Die Christen behaupten, dass das Wunder von Jesus, bei dem er über das Wasser herrschte, ein Beweis dafür ist, dass er Gott sei.

[Da traten sie zu ihm und weckten ihn auf und sprachen: Meister, Meister, wir kommen um! Da stand er auf und bedrohte den Wind und die Wogen des Wassers, und sie legten sich und es entstand eine Stille. (25) Er sprach aber zu ihnen: Wo ist euer Glaube? Sie aber fürchteten sich und verwunderten sich und sprachen zuein­ander: Wer ist dieser? Auch dem Wind und dem Wasser gebietet er und sie sind ihm gehorsam.] [4]

Hingegen sagt die Bibel, dass das Wasser auch Elia gehorchte.

[Da nahm Elia seinen Mantel und wickelte ihn zusammen und schlug ins Wasser; das teilte sich nach beiden Seiten, sodass die beiden auf trockenem Boden hinübergingen.] [5]

Beispiel 3
Auch das Wunder, bei dem Jesus einem Blinden das Augenlicht wie­dergiebt, führt man im Christentum gerne als Beleg an, um zu bewei­sen dass Jesus Gott ist.

[Jesus aber sprach zu ihm: Geh hin, dein Glaube hat dir geholfen. Und sogleich wurde er sehend und folgte ihm nach auf dem Wege.] [6]

Doch auch Elischa gab den Blinden das Augenlicht wieder.

[Als sie dort angekommen waren, betete Elischa: Herr, öffne ihnen die Augen, damit sie sehen. Der Herr öffnete ihnen die Augen und sie sahen, dass sie mitten in Samaria waren.] [7]

Beispiel 4
Auch das Wunder der Auferweckung des Lazarus wird gerne ange­führt, um die Gottesgleichheit von Jesus zu unterstreichen.

[Und trat hinzu und berührte den Sarg, und die Träger blieben ste­hen. Und er sprach: Jüngling, ich sage dir, steh auf! (15) Und der Tote richtete sich auf und fing an zu reden, und Jesus gab ihn seiner Mutter.] [8]

Doch die Bibel berichtet auch davon, dass Elischa einem Toden das Leben wiedergab.

[Als Elischa in das Haus kam, lag das Kind tot auf seinem Bett. Er ging in das Gemach, schloss die Tür hinter sich und dem Kind und betete zum Herrn. Dann trat er an das Bett und warf sich über das Kind; er legte seinen Mund auf dessen Mund, seine Augen auf des­sen Augen, seine Hände auf dessen Hände. Als er sich so über das Kind hinstreckte, kam Wärme in dessen Leib. Dann stand er auf, ging im Haus einmal hin und her, trat wieder an das Bett und warf sich über das Kind. Da nieste es siebenmal und öffnete die Augen.] [9]

Beispiel 5
Ebenso wird das Wunder der Heilung eines aussätzigen Lepra­kranken, von dem Matthäus berichtet, als Beweis dafür gese­hen, dass Jesus Gott sei.

[Da streckte Jesus die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will es – werde rein! Im gleichen Augenblick verschwand der Aussatz.] [10]

Doch wir finden in der Bibel ebenso die Geschichte der Heilung ei­nes Aussätzigen durch Elischa.

[So ging er also zum Jordan hinab und tauchte siebenmal unter, wie ihm der Gottesmann befohlen hatte. Da wurde sein Leib gesund wie der Leib eines Kindes und er war rein.] [11]

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Fußnote    (↵ zurück zum Text)

  1. Matthäus 24 : 24 (Einheitsübersetzung 1980)
  2. Matthäus 14 : 19 (Elberfelder 1905)
  3. Könige I 17 : 11 – 16 (Luther 1984)
  4. Lukas 8 : 24-25 (Luther 1984)
  5. Könige II 2 : 8 (Luther 1984)
  6. Markus 10 : 52 (Luther 1984)
  7. Könige II 6 : 20 (Einheitsübersetzung 1980)
  8. Lukas 7 : 14-15 (Luther 1984)
  9. Könige II 4 : 32-35 (Einheitsübersetzung 1980)
  10. Lukas 5 : 13 (Einheitsübersetzung 1980)
  11. Könige II 5 : 14 (Einheitsübersetzung 1980)

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