6.5 Islamische Sicht der Bibel

Die Muslime glauben, dass die Bibel ein durch seine Propheten geof­fenbartes Buch Gottes für die Menschheit ist, so wie der Quran uns dies erzählt:

[Und wir ließen hinter ihnen her Jesus, den Sohn der Maria, folgen, daß er bestätige, was von der Thora vor ihm da war. Und wir gaben ihm das Evangelium, das (in sich) Rechtslei­tung und Licht enthält, damit es bestätige, was von der Thora vor ihm da war, und als Rechtsleitung und Ermahnung für die Gottesfürchtigen. ][1]

Die jetzige Bibel jedoch ist die deformierte Version des Origi­nals:
[Wie könnt ihr (Muslime) verlangen, daß sie euch glauben, wo doch ein Teil von ihnen das Wort Allahs gehört und es darauf­hin, nachdem er es verstanden hatte, wissentlich entstellt hat! ][2]

Der islamische Gelehrte Sheikh Muzafar sagte: „Jedoch wurde bei der Torah und den Evangelien, welche wir heute in unseren Händen halten, Korrumpierung (Veränderung der ursprüngli­chen Form) der ursprünglichen geoffenbarten Form bewiesen. Dies wegen den Än­derungen, die nach der Zeit von Moses und Jesus hinzugefügt wur­den.“ [3]

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  1. Quran 5 : 46
  2. Quran 2 : 75
  3. Aqaed al-emamya, Seite 56

6.4 Islamische Sicht über die Erlösung und Kreuzigung

Die Muslime glauben nicht, dass Jesus gekreuzigt wurde. Sie gehen davon aus, dass ein anderer an seiner Stelle gekreuzigt wurde.
[Aber sie haben ihn (in Wirklichkeit) nicht getötet und (auch) nicht gekreuzigt. Vielmehr erschien ihnen (ein anderer) ähnlich (so daß sie ihn mit Jesus verwechselten und töteten). Und diejenigen, die über ihn uneins sind, sind im Zweifel über ihn. Sie haben kein Wissen über ihn, gehen vielmehr Vermutungen nach. Und sie haben ihn nicht mit Gewißheit getötet.“ Nein, Allah hat ihn zu sich (in den Himmel) er­hoben. Allah ist mächtig und weise ][1]
Gott hat ihn erhoben, denn seine Mission ist noch nicht fertig, er wird ihn zurück zur Erde sen­den, vor dem Tag der Stunde, um zusammen mit dem zwölften Nach­folger des Propheten Frieden und Gerechtigkeit in der Welt zu ver­breiten.

Prophet Muhammad sagte: Wenn er (der Mahdi) erscheint, Gott wird den Messias herab senden, und sie werden beide zusam­menkommen.[2]

Prophet Muhammad sagte: Von meinem Nachkommen Mah­di, und wenn er erscheint, wird Gott Jesus der Sohn der Maria herab senden um ihn zu unterstützen. [3]

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  1. Quran 4 : 157-158
  2. al-Tafdhil, von Karajeki, Seite 24
  3. Amali, von Seduq, Seite 181

6.3 Islamische Sicht der Jungfrau Maria

Die Muslime glauben, dass die Jungfrau Maria eine heilige Person ist und daher verherrlicht werden muss.
Wir glauben, dass sie unfehlbar und gereinigt ist.
Sie ist eine auserwählte Person Gottes und wurde von ihrer Mutter Gott gewidmet, so wie der Quran dies sagt.
[Damals sagte die Frau Imrans: „Mein Herr, siehe, ich gelobe Dir, was in meinem Leibe ist, zu weihen; so nimm es von mir an; siehe, Du bist der Allhörende, der Allwissende.„] [1]

Sie ist eine gesegnete Frau, so wie der Quran dies sagt:
[„Und so nahm sie Allah gnädig an und ließ sie in schöner Wei­se in der Obhut des Zacharias heranwachsen. Sooft Zacharias zu ihr in den Tempel hineintrat, fand er Speise bei ihr. Da sagte er: „O Maria, woher kommt dir dies zu?“ Sie sagte: „Es ist von Allah; siehe, Allah versorgt unbegrenzt, wen Er will.“ ][2]

Sie ist die Mutter von Jesus, und sie wurde auf wundersame Art schwanger, so wie der Quran uns dies erzählt:
[Und der Maria, der Tochter Ìmráns, die ihre Keuschheit be­wahrte – drum hauchten Wir ihm von Unserem Geist ein -, und sie glaubte an die Worte ihres Herrn und an Seine Schriften und war der Gehor­samen eine.][3]

Sie ist eine auserwählte heilige Person und erhaben über die Frauen aller Nationen, so wie der Quran uns dies sagt:
[„Und damals sprachen die Engel: „O Maria, siehe, Al­lah hat dich auserwählt und gereinigt und erwählt vor den Frauen der Welten.„][4]

Der Prophet Muhammad sagte: „Die Besten Frauen des Para­dieses sind vier, Khadija, die Tochter von Khuwaild, Fati­ma, die Toch­ter von Muhammad, Maria, die Tochter von Imran, Asia, die Tochter von Muzahim.“[5]

Der Quran verherrlicht die Jungfrau Maria und preist sie. Dar­über hinaus beinhaltet der Quran ein Kapitel, welches Maria heißt. Die is­lamischen Regeln besagen auch, dass, wer auch immer nicht an sie glaubt oder sie leugnet, kein Muslim ist.

Das beweist den hohen Status, den die Jungfrau Maria im Is­lam in­nehat.

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  1. Quran 3 : 35
  2. Quran 3 : 37
  3. Quran 66 : 12
  4. Quran 3 : 42
  5. al-Khisal, Seite 206

6.2 Islamische Sicht zu Jesus

Die Muslime glauben, dass Jesus ein Prophet und Gesandter Gottes ist, und er wird von den Muslimen sehr geehrt. Er ist unfehlbar und gereinigt von allem, was eine Schmach sein könnte. Er ist ein Mensch, weder Gott noch Sohn Gottes, so wie der Quran uns dies lehrt: [Der Messias, der Sohn der Maria, war nur ein Gesandter] [1]

Er wurde auf eine wundersame Weise ohne Vater geboren, denn Gott wollte, dass er ein großes Zeichen für die Welten wird, so wie der Quran das uns sagt:
[Und (weiter Maria) die sich keusch hielt. Da bliesen wir ihr Geist von uns ein und machten sie und ihren Sohn zu einem Zeichen für die Menschen in aller Welt ][2]

Er konnte schon in der Wiege sprechen, das war der Beginn seiner Wunder, der heilige Quran lehrt uns dies: [Da deutete sie auf ihn. Sie sprachen: „Wie sollen wir zu einem reden, der ein Kind in der Wiege ist?“ Er sprach: „Ich bin ein Diener Allahs, Er hat mir das Buch ge­geben und mich zu einem Propheten gemacht;][3]

Er hat danach viele Wunder vollbracht, der Quran erzählt dies uns:
[„Und als Gesandter (Allahs) an die Kinder Israel (wies Jesus sich aus mit den Worten:) „“Ich bin mit einem Zeichen von eurem Herrn zu euch gekommen (das darin besteht), daß ich euch aus Lehm etwas schaffe, was so aussieht, wie Vögel. Dann werde ich hineinblasen, und es werden mit Allahs Erlaubnis (wirkliche) Vögel sein. Und ich werde mit Allahs Erlaubnis Blinde und Aussätzige heilen und Tote (wieder) lebendig machen. Und ich werde euch Kunde geben von dem, was ihr in euren Häusern eßt und aufspeichert (ohne es gese­hen zu haben). Darin liegt für euch ein Zeichen, wenn (anders) ihr gläu­big seid.“ ][4]

Jesus ist nach den Muslimen einer der größten Propheten, so wie der Quran uns dies sagt: [„Damals sprachen die Engel: „“O Maria, sie­he, Allah verkündet dir ein Wort von Ihm; sein Name ist der Messias, Je­sus, der Sohn der Maria, angesehen im Diesseits und im Jenseits, und einer von denen, die (Allah) nahestehen.“][5]

Wer auch immer den Quran liest, wird bemerken, dass der Quran Je­sus ehrt und Respekt erweist. Die Bibel steht im Kon­trast dazu; sie enthält einige Verse, die Jesus schmähen.

Im Johannes-Evangelium z. B. finden wir eine Passage, die aussagt, dass Jesus unhöflich zu seiner Mutter war: [Und als der Wein aus­ging, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. Jesus spricht zu ihr: Was geht’s dich an, Frau, was ich tue? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.][6]

Hingegen sagt uns der Quran, dass Jesus ehrerbietig gegenüber sei­ner Mutter war [Und (Er machte mich) ehrerbietig gegen meine Mut­ter; Er hat mich nicht hochfahrend, elend gemacht.][7]

Die Bibel sagt auch, dass Jesus verflucht ist: [Christus hat uns vom Fluch des Gesetzes freigekauft, indem er für uns zum Fluch gewor­den ist; denn es steht in der Schrift: Verflucht ist jeder, der am Pfahl hängt.][8]

Hingegen sagt der Quran, dass Jesus gesegnet ist: [Er machte mich gesegnet, wo ich auch sein mag][9]

Wir sehen also, dass die Muslime Jesus mehr Respekt erwei­sen, als es unsere christlichen Freunde tun.

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  1. Quran 5 : 75 
  2. Quran 21 : 91 
  3. Quran 19 : 29-30 
  4. Quran 3 : 49
  5. Quran 3 : 45
  6. Johannes 2 : 3-4 (Luther 1984)
  7. Quran 19 : 32
  8. Galatinas 3 : 13 (Einheitsübersetzung 1980)
  9. Quran 19 : 31

6.1 Islamische Sicht über das Christentum

Die Muslime glauben, dass Gott eine Religion gesandt hat, welche Islam heißt. In jedem Zeitraum existiert ein Prophet, der kommt und einen Teil dieser Religion vervollständigt. Dies kann man sich wie ein Puzzle vorstellen, bei dem man verschiedene Teile zusammenset­zen muss, um am Ende ein komplettes Bild zu erhalten.

Der Name Christentum wurde von den Griechen oder Römern einge­führt und bezeichnet das Glaubenssystem der Anhänger Jesu..

Das Christentum heute unterscheidet sich in vielen Aspekten von dem, das Jesus seinen Anhängern gelehrt hat. Das neuerliche Chris­tentum wurde von Paul (oder auch Paulus) geprägt, der erst nach ihm kam.

Es schlichen sich viele heidnische Glaubenselemente ins Christen­tum und wurden Teil davon. Der heilige Quran versichert uns: [Sag: Ihr Leute der Schrift! Treibt es in eurer Religion nicht zu weit (und sagt nichts aus) außer der Wahrheit! Und folgt nicht der (persönli­chen) Neigung von Leuten, die (schon) früher irregegangen sind und viele irregeführt haben und vom rechten Weg abgeirrt sind! ][1],[2]

Das Christentum enthält heute dennoch einige wahre Lehren von Je­sus, die er den Menschen gebracht hat. Daher ist das Christentum die dem Islam nächste Religion, und die Christen sind den Muslimen die Nächsten, der Quran erzählt uns dazu Folgendes [Und du wirst zwei­fellos finden, daß die, welche sagen: „Wir sind Christen“ den Gläubigen am freundlichsten gegenüberstehen. Dies (ist so), weil es unter ihnen Priester und Mönche gibt und weil sie nicht hochmütig sind.Und wenn sie hören, was zu dem Gesandten herabgesandt worden ist, siehst du ihre Augen von Tränen überfließen ob der Wahrheit, die sie erkannt ha­ben. Sie sagen: „Unser Herr, wir glauben, so schreibe uns unter die Be­zeugenden.“][3]

Der Islam ordnet den Muslimen an, die Christen behutsam zu behan­deln, so wie das uns der Quran sagt [Und streitet nicht mit dem Volk der Schrift; es sei denn auf die beste Art und Weise.][4]

Prophet Muhammad betrachtete jene, die Christen verletzen, als sol­che, die ihn selbst verletzen.

Prophet Muhammad sagte: Wer auch immer ein Zemi[5] verletzt, verletzt mich.[6]

Der Prophet machte ein Vermächtnis vor seinem Dahinscheiden, auf dass die Leute auf die Christen Acht geben.

Prophet Muhammad sagte: Bei Gott, ich bitte euch auf die Kopten[7] aufzupassen.[8]

Die Muslime sind daher als die freundlichsten Menschen auf der Erde zu betrachten, denn der Islam lehrt den Muslimen, die Men­schen zu lieben und nie rassistisch zu sein, so wie der Quran uns das sagt [und euch zu Völkern und Stämmen gemacht, auf daß ihr einan­der erkennen möget. Wahrlich, vor Allah ist von euch der Angese­henste, welcher der Gottesfürchtigste ist. Wahrlich, Allah ist Allwis­send, Allkundig.][9]

Imam Ali sagte: Die Menschen sind zwei Arten, dein Bruder in der Religion oder dein Bruder in der Menschlichkeit. [10]

Daher betrachtet der Muslim die Christen als seine Brüder in der Menschlichkeit

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  1. Quran 5 : 77
  2. „Leuten, die (schon) früher irregegangen sind.“ Damit sind die Heiden gemeint. Näheres siehe auch unter dem Koran-Kommentar Tafsir al-Mi­zan, Band 6, Seite 77-88 von Muhammad Tabatabai.
  3. Quran 5 : 82-83
  4. Quran 29 : 46
  5. Zemi = Dieses Wort wird für jeden Nicht-Muslim benutzt, der in ei­nem muslimischen Land lebt.
  6. Riadh al-salkin, Band 1, Seite 458
  7. Kopten = Ägyptisch orthodox Christen
  8. Amali Tusi, Seite 404
  9. Quran 49 : 12
  10. Bihar al-anwar, Band 74, Seite 241

6.0 Was ist der Islam?

Islam ist ein arabisches Wort, welches Hingabe zu Gott bedeutet, es entstammt derselben Wortwurzel wie das Wort „Salam“, welches Frieden bedeutet.
Der Islam ist keine neue Religion; er ist eine Vollendung der Religi­on Gottes, die von vorherigen Propheten gesandt wurde. Ihr Anfang liegt beim Propheten Adam (a) und sie endet mit dem Propheten Muhammad (s), der den Islam begründete.
Simpel gesagt ist der Islam die Bezeugung, dass es keinen Gott gibt außer Allah und dass Muhammad der Gesandte Allahs ist.
Der Glaube an die islamischen Fundamente ist in fünf Teile geteilt, so wie der islamische Gelehrte Muhammad Sadeq as-Sadr dies an­gibt:„Die Fundamente des Glaubens sind fünf: Einheit, Gerech­tigkeit, Prophetentum, Vormundschaft und Auferstehung.“ [1]

1. Einheit Gottes
[Euer Gott ist ein Einziger Gott, es ist kein Gott außer Ihm, dem Sich-Erbarmenden, dem Barmherzigen] [2]

Im islamischen Glauben ist Gott Einer, es gibt keinen anderen Gott oder Partner neben ihm.
Schöpfung, Versorgung, Leben und Tod wird von Gott allein regiert, und er ist der einzige Herrscher des Universums.
Gottes Macht, Wissen, Barmherzigkeit, Großzügigkeit, Größe ist un­begrenzt.
Gott ist einzigartig, ewig, unendlich und existiert ohne Ort, denn ein Ort ist begrenzt und Gott ist unbegrenzt.

2. Gerechtigkeit
[und (wisset), daß Allah niemals ungerecht gegen die Diener ist.] [3]

Im islamischen Glaube ist Gott gerecht und begeht nie eine Tat, wel­che als schlecht oder ungerecht zu irgendeinem seiner Geschöpfe an­gesehen werden kann.
Er ist der Gnädigste, der Barmherzigste und verwirft nie den Lohn jener, die gute Werke tun.

3. Wiederauferstehung
[Wahrlich, zu deinem Herrn ist die Heimkehr.] [4]

Im islamischen Glauben wird Gott alle Geschöpfe am Tag des jüngs­ten Gerichts auferstehen lassen, um über die Taten aus dem Leben des einzelnen Geschöpfes zu richten. Der Fromme wird mit dem Ein­zug ins Paradies belohnt, dieser wird ein ewig glückliches Leben ha­ben. Hingegen wird der Böse mit dem Einzug in die Hölle bestraft.

4. Prophetentum
[Sprecht: Wir glauben an Allah und an das, was uns herab­gesandt worden ist, und was Abraham, Ismael, Isaak, Jakob und den Stäm­men (Israels) herabgesandt wurde, und was Moses und Jesus gege­ben wurde, und was den Propheten von ihrem Herrn gegeben wor­den ist. Wir machen zwischen ihnen keinen Unterschied, und Ihm sind wir ergeben.] [5]

Im islamischen Glaube hatte Gott 124.000 Propheten zu jedem Fleck der Erde gesandt, wo Menschen sich niederließen.
Der erste Prophet war Adam (a) und der letzte Prophet ist Mu­hammad (s), der das Siegel der Propheten ist und nach ihm wird es keinen Propheten mehr geben, denn die Religion Allahs ist nun kom­plett.
Alle Propheten, die Gott gesandt hat, sind unfehlbar von Fehlern und Sünden.
Und der größte Prophet der Propheten ist Prophet Muhammad (s).

5. Vormundschaft
[Eure Beschützer (Vormund) sind wahrlich Allah und Sein Gesandter und die Gläubigen, die das Gebet verrichten, die Zakah entrichten und sich (vor Allah) verneigen.] [6]

Im islamischen Glauben hat jeder Prophet Vormünder/Nachfolger nach ihm, diese sind von Gott auserwählt, um die Lehren des Pro­pheten zu erhalten und die Menschen zum richtigen Pfad zu führen. Denn der Prophet, wie auch jeder andere Mensch, lebt nur für einige Jahre, dann stirbt er und kann die nächste Generation nicht mehr vor Irreführung bewahren. Deshalb ernennt Gott Wächter nach dem Pro­pheten, um die richtigen Gedanken für die nächsten Generationen zu festigen. Sie gleichen den Propheten in der Unfehlbarkeit.

Die Vormünder/Wächter/Hüter nach dem Propheten Muhammad (s) sind zwölf:

  1. Imam Ali
  2. Imam Hassan
  3. Imam Hussain
  4. Imam Ali al-Sajjad
  5. Imam Muhammad al-Baqer
  6. Imam Jaffar al-Sadeq
  7. Imam Musa al-Kazim
  8. Imam Ali al-Reza
  9. Imam Muhammad al-Jawad
  10. Imam Ali al-Hadi
  11. Imam Hassan al-Askeri
  12. Imam Muhammad al-Mahdi

Das war eine wirklich kurze Einführung in die islamischen Grundzü­ge des Glaubens, an die alle Muslime glauben sollen. Außerdem gibt es auch die Säulen des Islams, die in fünf Teile geteilt wurden, die alle Muslime praktizieren sollen.

Der islamische Gelehrter Scheikh Saduq sagte: die Säulen, auf denen der Islam baut, sind fünf: Gebet, Allmosensteuer, Fasten, Pilgerfahrt und Vormundschaft. [7]

1. Gebet
[wahrlich das Gebet zu bestimmten Zeiten ist für die Gläubi­gen eine Pflicht.] [8]

Im Islam ist das Gebet die wichtigste Praxis des Anbetens.
Der islamische Gelehrte Abulqasim Khoei sagte: Das Gebet ist eine der Säulen, auf denen der Islam aufbaut; wenn dies akzeptiert wird (von Gott), dann werden alle anderen Dinge (die anderen Säulen) auch akzeptiert, wenn dies abgelehnt wird, dann werden alle ande­ren Dinge auch abgelehnt. [9]

Die Muslime beten fünfmal am Tag, das ist das verlangte Gebet von einem Muslim. Das Gebet im Islam ist sehr kurz und einfach, man benötigt nur wenige Minuten.
Es gibt auch freiwillige Gebete, die unbegrenzt sind und jederzeit praktiziert werden können.

2. Fasten
[O ihr, die ihr glaubt! Das Fasten ist euch vorgeschrie­ben, so wie es denen vorgeschrieben war, die vor euch waren. Vielleicht werdet ihr (Allah) fürchten.] [10]

Im Islam gibt es einen heiligen Monat – Ramadan – in dessen Ver­lauf von jedem erwachsenen und gesunden Muslim verlangt wird von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang zu fasten. Es gibt aber eini­ge, die davon befreit sind, wie etwa schwangere Frauen, kranke Per­sonen, sehr alte Personen oder Reisende etc.
Auch hier gibt es das freiwillige Fasten, das an jedem beliebigen Tag im Jahr praktiziert werden kann, außer an Feiertagen.

3. Almosensteuer (Zakat)
[doch Meine Barmherzigkeit umfaßt alle Dinge; so werde Ich sie be­stimmen – für jene, die (Mich) fürchten und die Zakah entrichten und für jene, die an Unsere Zeichen glauben.] [11]

Im Islam wird von jedem Muslim verlangt, einmal im Jahr, am Ende des Monats Ramadan eine Almosensteuer zu zahlen. Diese Steuer ist sehr gering; sie entspricht dem Preis von 3kg Reis, Mais, Weizen oder Gerste.
Die Steuer wird zur Unterstützung armer Menschen genutzt, die aus verschiedenen Gründen arbeitsunfähig sind, etwa alte Menschen, Witwen, Waisen, Behinderte. etc.
Sie kann auch dafür benutzt werden, um Gebäude zu bauen, die dem Allgemeinwohl dienen, etwa Krankenhäuser, Schulen, Häuser, Mo­scheen etc
Kurz gesagt: Die Almosensteuer wird für Sozialeinrichtungen und Dienste für die Menschen benutzt.

4. Pilgerfahrt (Hajj)
[Und rufe die Menschen zur Pilgerfahrt auf. Sie werden zu Fuß und auf jedem mageren Kamel aus allen fernen Gegen­den zu dir kommen] [12]

Im Islam wird von jedem Muslim verlangt, einmal in seinen Leben die Pilgerfahrt an einem bestimmten Tag im Jahr durchzuführen. Auch dies wird nur von jenen verlangt, die dazu fähig sind.
Es gibt auch eine freiwillige Pilgerfahrt, welche sich „Umrah“ nennt, sie kann beliebig oft und zu beliebigen Zeiten durchgeführt werden.

5. Vormundschaft
[O ihr, die ihr glaubt, gehorcht Allah und gehorcht dem Ge­sandten und denen, die unter euch Befehlsgewalt besitzen.] [13]

Im Islam muss der Muslim dem Propheten und seinen zwölf Nach­folgern gehorchen, und er muss sich in jeder Angelegenheit der isla­mischen Praktiken auf sie beziehen.
Wer dem Propheten nicht gehorcht, dessen Anbetungen werden alle nicht akzeptiert.

Neben diesen erwähnten Fundamenten und Säulen des Islams, hat der Islam auch ethische Werte, die jeder Muslim zu bewahren hat. Genauso gibt es einige unethische Eigenschaften, die von jedem Muslim vermieden werden sollte.
Beispiele für eine gute Ethik, die der Muslim zu bewahren hat, sind: Wahrhaftigkeit, Geduld, Ehrlichkeit, Treue, Barmherzigkeit, Demut, Großzügigkeit, Gastfreundschaft, Keuschheit etc.
Einige Beispiele für ein schlechtes Verhalten, das der Muslim ver­meiden sollte, sind: Versprechen zu brechen, Gier, Geiz, Schamlo­sigkeit, Selbstsucht, Eingebildetheit, Gehässigkeit etc.

Es gibt auch Verbote im Islam, die der Muslim auf keinen Fall bre­chen sollte, etwa das Begehen eines Ehebruches, Mord, lügen, Glücksspiele spielen, Betrug, Diebstahl, Alkohol trinken, Schwein essen, Dreck essen, Blut trinken, Verrat, Spionieren etc.

Ich rate den Lesern, die sich tiefer informieren möchten, solche isla­mischen Bücher zu lesen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, den Islam im Detail darzustellen. Ich habe nur die Grundzüge er­wähnt, damit die Leser eine Grundidee vom Islam bekommen.

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Fußnote    (↵ zurück zum Text)

  1. ma wara al-feqh, Band 10, Seite 153
  2. Quran 2 : 163
  3. Quran 8 : 51
  4. Quran 96 : 8
  5. Quran 2 : 136
  6. Quran 5 : 55
  7. al-Hedaya, Seite 60
  8. Quran 4 : 103
  9. Minhaj Salehin, Band 1, Seite 130
  10. Quran 2 : 183
  11. Quran 7 : 156
  12. Quran 22 : 27
  13. Quran 4 : 59